Fassade mit Auflösungserscheinungen

An einem Schulgebäude ist nach einem sommerlichen Gewitter verbunden mit einem großen Temperatursturz eine ca. 60 qm große Fläche des KS-Vormauerwerks abgestürzt. Die Ursache waren fehlende Dehnfugen in der Fläche der Wetterschale, eine völlig unzureichende Zahl der Drahtanker (ca 1 Stk/ qm anstatt 5 Stk / qm) zur Halterung des Vormauerwerks an der tragenden Konstruktion und eine völlig ungeeignete Auflagerung auf einer butiminösen mehrlagigen Abdichtungsschicht, dazu noch über eine Gebäudedehnfuge hinweg.

Für die statische Berechnung fühlt sich niemand zuständig. Der Tragwerksplaner hat höchstens die Lasten aus der Fassade in seine Unterkonstruktion eingerechnet. Erst nach Aufforderung des Prüfingenieurs für Baustatik, prüffähige Unterlagen für die Fassade vorzulegen, kommt Bewegung in die Geschichte. Der Tragwerksplaner verweist auf die HOAI, daß die stat. Berechnung von Fassadenverkleidungen eine Sonderleistung ist und diese mit ihm nicht vereinbart ist. Der Unternehmer verweist auf sein Leistungsverzeichnis, wo Planungsleistungen für die Fassade fehlen. Ohne bautechnische Prüfung werden in der Regel solche Fälle nicht aufgedeckt. Die Sanierung der Schäden steht in keinem Verhältnis zu den Planungskosten für die Fassade, oft sind auch beim Einsturz solcher flächigen Elemente Personenschäden zu beklagen.