Leerrohre anstatt Beton

In der Schadengalerie wird die Problematik "Verlegung von Elektrorohren in der Stahlbetondecke" durch zwei Bilder dargestellt. Hier werden ganze Leerrohrbündel im Bereich der aufgehenden Wand verlegt; d.h. der Hohlraum sollte beim Betonieren der Decke komplett mit Beton verfüllt werden. Durch die Vielzahl der Rohre wird ein poröser und nicht tragfähiger Beton im Bereich der aufgehenden Wand erzeugt. Die ankommenden Wandlasten können nicht mehr abgetragen werden.

Die fortschreitende Medientechnik und die zunehmende Anforderungen an die elektrische Ausstattung machen eine steigende Anzahl von Leerrohren erforderlich. Eine Planung für die Verlegung der Leerrohre wird in den meisten Fällen nicht vorgenommen. Keiner fühlt sich für diesen Bereich zuständig, weder der Bauunternehmer noch die Bauleitung, noch der Tragwerksplaner. Die Elektrofirma verlegt die Rohre nicht nach statischen Gesichtspunkten, wie sollte sie auch, sondern nach der Zweckmäßigkeit der Elekroinstallation mit dem Ergebnis, daß im erheblichen Maß Unterzüge und Deckenbereiche in unzulässiger Weise geschwächt werden. Nur eine unabhängige Überwachung durch den Prüfingenieur für Baustatik gewährleistet, daß diese Bereiche vor dem Betoniervorgang saniert werden, denn große wirtschaftliche Zwänge auf seiten der Bauunternehmer und Elektrofirmen verhindern eine Sensibilisierung für diese statischen Probleme.