Neubau der B 31 Ost, Freiburg - Kirchzarten

Blick auf das Westportal Kappler Tunnel, mit Lärmschutzgalerie Ost

Bauherr:
Für die Bundesrepublik Deutschland, im Auftrag des Regierungspräsidiums Freiburg, Straßenbauamt Freiburg / Bauleitung Kirchzarten 

Bauzeit: von Ende 1996 bis Herbst 2002  
Baukosten: ca. 300 Mio. EUR 
Baulänge: insgesamt ca. 7,85 km, davon privat finanziert ca. 5,9 km  Fahrbahnquerschnitt: Regelquerschnitt (RQ 26) 26,0 mTunnelquerschnitt 20,2 m 

Bauwerke
Tunnelbauwerke:
Schützenalleetunnel Nordröhre 932 m Länge,
Südröhre 892 m Länge,
Kappler Tunnel 1230 m Länge
  
Lärmschutzgalerie:
West (275 m), Ost (640 m)

Lärmschutzwände:
Gesamtlänge 1.112 m  

Stützbauwerke:
mehrere Stützbauwerke mit Längen von 57-304 m und Höhen von 1,5-10 m  Brückenbauwerke:
10 Brückenbauwerke mit Längen von 13 bis 122,65 m  

Sonstige Bauwerke:
Regenrückhalte- und -klärbeckenTrennbauwerke und Durchlässe   



Einleitung

Die im Generalverkehrsplan der Stadt Freiburg entwickelte Gesamtverkehrskonzeption beinhaltete fünf Ziele: Verkehrsberuhigung, Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, Förderung des Radverkehrs, Bündelung des Kfz-Verkehrs und Bewirtschaftung des Parkraums.

Die neue B31 Ost ist für den Freiburger Osten eine wesentliche Grundlage zur Umsetzung dieser Ziele. Sie schafft Voraussetzungen für eine flächendeckende Verkehrsberuhigung im Freiburger Osten, sie bündelt den Kfz-Verkehr auf einer leistungsfähigen, 4-spurigen Trasse und sie ermöglicht eine baldige Weiterführung der Stadtbahn bis zum Bahnhof Littenweiler mit schnellen Umsteigemöglichkeiten zur Höllentalbahn und einer Ver-längerung der Stadtbahntrasse bis zum künftigen P+R-Platz an der Anschlußstelle Kappler Straße.

Durch den Neubau der B31 Ost werden neue Rahmenbedingungen für die Stadtentwicklung sowie wesentliche Voraussetzungen für eine städtebauliche Neuordnung im Freiburger Osten geschaffen.

Der Kfz-Verkehr wird in Tunnel- bzw. Tieflage gebündelt, um die Ost-West-Straßen in den Stadtteilen Oberau, Waldsee, Littenweiler und Ebnet vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Als eine von 12 Straßenbaumaßnahmen des Bundes wurde die B31 Ost zu ca. 50% privat vorfinanziert.

Unsere Leistungen

Im Auftrag der ARGE B31 Ost – Freiburg (Fa. Züblin und Fa. Walter Bau AG) haben wir für alle 24 Einzelbauwerke die

  • Genehmigungsplanung (Standsicherheitsnachweise gemäß ZTV-K),
  • die Ausführungsplanung(gemäß ZTV-K),
  • die Planung der Verkehrsführung während der Bauzeit und die
  • Herstellung der Bestandsunterlage

bearbeitet.

AS Schwarzwaldstraße, Verkehrsführung während der Bauzeit

Verkehrsführung während der Bauzeit

Um zu gewährleisten, dass es während der Bauzeit zu keinen nennenswerten Behinderungen kommt, wurden wir mit der Planung der Verkehrsführung für die verschiedenen Bauphasen beauftragt. Als Beispiel hierfür ist in Bild 1 die Anschlußstelle Schwarzwaldstraße dargestellt.

Beschreibung der wesentlichen Einzelbauwerke

Lärmschutzgalerie Ost, westl. Ende der Galerie mit Blick auf die Hammerschmiedbrücke
Blick auf Kappler Tunnel, Ost-Portal

Auf Grund der beengten Verhältnisse wurde der innerstädtische Teil der neuen B31 Ost auf eine Länge von ca. 3,5 km in Tieflage hergestellt. Zwischen Bauanfang, an der Anschlußstelle (AS) Schwarzwaldstraße, und dem östlichen Ende des innerstädtischen Abschnitts, an der AS Kappler Straße, kamen hierfür überwiegend Tunnel- und Lärmschutzgaleriebauwerke zur Ausführung.

Die beiden Tunnelbauwerke – Schützenalleetunnel und Kappler Tunnel – nehmen mit den angrenzenden Lärmschutzmaßnahmen eine herausragende Stellung ein. Sie haben die Planung, die Bauausführung und die Baukosten der Gesamtbaumaßnahme entscheidend bestimmt.

Als Regelquerschnitt wurde RQ 26t festgelegt. Auf Grund dessen und der Tatsache, dass beide Tunnel im Grund-wasser liegen, wurden die Tunnelbauwerke als zweizel-lige Rahmen und als „weiße Wannen“ konzipiert.

Für die notwendige monolithische Herstellung der „weißen Wannen“ waren spezielle Tunnelschalwagen erforderlich. Hierdurch wurde es möglich, innerhalb einer Woche ca. 12,5 m Tunnel am Stück herzustellen. Dies wiederum ergab eine nahezu rissfreie Herstellung der „weißen Wannen“.

Die Baugruben waren bereichsweise bis zu 13,0 m tief und die Tunnelüberdeckungen bewegte sich im Bereich von 0,25 bis 3,0 m.

Lärmschutzgalerie West mit Blick auf das Ost-Portal Schützenalleetunnel und eine der Stützwände

Um größere Grundwasserabsenkungen zu vermeiden, und um während der Bauausführung die angrenzenden Wohngebiete noch zu erreichen, wurde für den ca. 850 m lange Schützenallee-Tunnel auf einer Länge von ca. 700 m die sogenannten „Deckelbauweise“ als Herstel-lungsvariante gewählt. Die restlichen ca. 150 m wurden wie beim Kappler Tunnel in „offener Bauweise“ hergestellt.
Vor Herstellung der Bohrpfahlwände mußten einige der umliegenden Gebäude mittels Hochdruckinjektion unterfangen werden, um ihre Standsicherheit während der Bauzeit sicherzustellen.

Bei der „Deckelbauweise“ wurden jedoch, im Gegensatz zur „offenen Baugrube“ mit monolithischer Herstellung, mehrere Bauphasen für die Fertigstellung eines Tunnelblocks benötigt.

  • In Phase 1 wurden die äußeren Bohrpfahlwände mit überschnittenen Bohrpfählen d= 90 cm hergestellt. Parallel dazu Abteufung der provisorischen Stahl-Mittelstützen mit Bohrpfahlgründung, im Abstand von 2,5 m.
  • In Phase 2 wurde bis UK Tunneldecke ausgeschachtet und die Dichtsohle mit Querschotten im Abstand von 40 bis 80 m hergestellt.
  • Phase 3, Herstellung der Tunneldecke auf Sauberkeitsschicht mit speziellen Folien als Schalung. Abdichtung der Deckeloberseiten und Wiederherstellung des Geländes oberhalb des Tunnels.
  • Phase 4, Aushub Untertage, Einbau der Restwasserhaltung, Reinigung der Bohrpfahlwände und Mittelstützen, nach Aufbringen von Spritzbeton auf die Bohrpfahlwände und Betonage der Sauberkeitsschicht für die Bodenplatte sowie Montage von PE-Folien als Gleitschicht werden die Grundwasserwannenblöcke als weiße Wanne in einem Guß hergestellt und anschließend mit Straßenaufbau und Tunneleinrichtung ergänzt.
Schützenalleetunnel und Kappler Tunnel während der Bauzeit

Für den Schützenallee-Tunnel wurden bei diesem Bauverfahren insgesamt ca. 2.500 Stück, bis zu 26,0 m lange Bohrpfähle und 14.000 m² Dichtsohle durch ca. 8.000 Injektionsbohrungen hergestellt.

Der Bau des ca. 1230 m langen Kappler Tunnels er-folgte generell in „offener Bauweise“ (d.h. Herstellung des Tunnels in einer nach oben hin offenen Baugrube). 900 m wurden mittels Tunnelschalwagen (d.h. jeweils 12,5 m Blöcke in einem Guß), die übrigen 350 m in konventioneller Bauweise (d.h. Bodenplatte, Wände und Decke werden jeweils nacheinander, blockweise be-toniert). Unmittelbar parallel zum Tunnel wurden noch unterirdische Betriebsstationen sowie Nottreppengebäude, eine Pumpstation und ein Versorgungstunnel DN 2000 gebaut.

Für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer erforderte dieser Teilbereich der B 31 eine ganze Reihe von besonderen Maßnahmen. Neben Nothaltebuchten mit Nottreppen und Durchgängen zwischen den Tunnelröhren wurden Einrichtungen vorgesehen, die es im Notfall ermöglichen, die Spur zwischen den Tunnelröhren zu wechseln. 

Auch die rechnerunterstützte Verkehrssteuerung trägt neben einem Löschwasserspeicher für die Feuerwehr mit zur Sicherheit bei. Die Fluchtweglänge ins Freie beträgt maximal 300 m.


Wegbeschreibung

Mit dem Auto den Wegweisern entlang der B 31, Richtung Kirchzarten, Tittisee-Neustadt, Donau-Eschingen, folgen.

Tragwerksplanung

Krebs und Kiefer
Beratende Ingenieure für das Bauwesen GmbH
Prof. Dr.-Ing. Dan Constantinescu
Prüfingenieur für das Bauwesen VPI
Karlstraße 4676133 
KarlsruheTel.: 0721 / 3508-0
Fax: 0721 / 3508-211

 

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